Home Defense - Helden im Alltag

SC Int'l - Street Combatives & Strategic Combatives - Home Defense
(Quelle)

Angeregt durch die derzeitigen politischen Geschehnisse und die teils vorhandene Verunsicherung vieler Menschen, ist ein Drang zur Aufrüstung und Bewaffnung anhand der Verkaufszahlen von Waffen und Sicherheitszubehör sowie innerhalb von Diskussionen auf diversen Plattformen zu verspüren.

 

Gerade bezüglich eines möglichen Einbruchs in die eigenen vier Wände entsteht eine Klufft zwischen diesen Diskussionen, der individuellen Vorstellungen und der Realität. "My home is my castle" oder "wer bei mir einbricht..." sind oft zu lesende Phrasen, unterstützt von den Bestätigungen der Gleichgesinnten. Schließlich hat man ja diverse Waffen im Waffenschrank und zieht nächtens bei der kleinsten akkustischen Störung in die heroische Mission.

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Es ist durchaus sinnig, sich über verschiedene bedrohliche Szenarien im Vorfeld Gedanken zu machen und Vorbereitungen zu treffen. In einer Notlage ist sich jeder und seinen Angehörigen am Nächsten. Hierzu zählen auch Überlegungen, wie man seine eigene Person, seine Angehörigen, sein Eigentum sowie seinen Wohnraum bestmöglich schützen kann.

Dieses beginnt aber nicht mit dem Kauf von Ausrüstung und Waffen. Vorkehrungen dieser Art beginnen mit baulichen Schutzmaßnahmen wie die Optimierung der Sicherheitsstandards der Fenster und Türen sowie deren Schlösser. Auch darf hier getrost über die Nachrüstung von Alarmanlagen oder optischen und akkustischen Raumüberwachungen nachgedacht werden.
Eine Beratung erfolgt durch die Polizeibehörden oder durch sachkundige Unternehmen in diesem Bereich.

Sicherlich kann man seine eigenen vier Wände in einen bewaffneten Notfallbunker verwandeln und über Monate hinweg abgeschnitten von der Außenwelt leben, ist man aber ehrlich, so bedarf es nicht dieser Notwendigkeit.

 

Der größte Vorteil der eigenen vier Wände besteht jedoch darin, dass die Räumlichkeiten bis in den letzten Winkel bekannt sind und man hier einen taktischen Vorteil genießt. Man kennt die möglichen Eindringmöglichkeiten, kann sich hier durch Verbesserung der Sicherheitsstandards und auch selbst die eigene Wahl der Nutzung der zur Verfügung stehenden Zimmer optimieren.

 

Diese Optimierung der Nutzung der zur Verfügung stehenden Zimmer kann bereits eine Veränderung der Raumbelegung führen. Es ist nicht sinnig, wenn Kleinkinder im Erdgeschoss und Erwachsene im Ober- oder Dachgeschoss nächtigen.

Ebenso ist die Überlegung von Bedeutung, wenn man sich zum Kauf von Waffen und Ausrüstung entschließt. Der gerne zitierte Baseballschläger hinter Wohnungstüre bringt keinerlei Vorteil, wenn man selbst in einem hinteren Zimmer der Wohnung nächtigt und das Eindrigen in die Wohnung durch die Wohnungstüre erfolgt.

 

"Grab'n'Go" nennen wir die für diese Situationen konzipierte Denkweise. Wer Mitten in der Nacht in Shorts durch ein Geräusch geweckt wird, hat nicht viel Zeit zum Agieren. Das gerne gedachte hollywoodreife Anlegen der Waffengürtel muss hier hinten anstehen. Es verbleiben in einer kleineren Wohnung nur wenige Sekunden bis zu einem möglichen Kontakt mit einer unbekannten Person. Neben diesem Kontakt müssen auch noch andere Gegebenheiten, zum Beispiel weitere in der Wohnung oder dem Haus nächtigende Personen, bedacht werden.

 

Die eingesprungene Rolle vorwärts und die wilde Schießerei müssen erstmal ausbleiben...

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Gerade mehrgeschossige Objekte erforden ein schnellstmögliches Sammeln aller im Haushalt lebenden Personen in einem Raum. Dieser Raum sowie weitere sichere Durchgangsräume können durch taktische Türstopper, zum Beispiel dem

Door Jammer, zusätzlich verriegelt werden. Dieses bietet weitere Zeit zur Tätigung des Notrufes und gegebenfalls zur Bereithaltung weiterer Ausrüstung.

 

Innerhalb dieser Szenarien bewährt sich unser "Grab'n'Go". Alle erforderlichen Ausrüstungsgegenstände und Waffen müssen am Startpunkt der Ausgangslage zur Verfügung stehen. Wer hier bereits sein Telefon im Erdgeschoss holen oder einen Türstopper in der Garage suchen muss, befasst sich nicht ernsthaft mit diesen Situationen.

 

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Absuche einer Räumlichkeit innerhalb der Dunkelheit. Hier unter Verwendung der Pfefferpistole JPX Jet Protector innerhalb eines unserer Force-on-Force Trainings.

Beschäftigt man sich mit dem Phänomen des Einbruchsdiebstahls, ist oftmals ein lautes Schreien zur Flucht einer oder mehrerer krimineller Personen ausreichend.

 

Ist dieses nicht der Fall, kann man innerhalb seiner Wohnräume eine eigene "Verteidigungslinie" aufbauen. Man sollte sich aber hier auf dem Boden der Tatsachen und innerhalb der jeweiligen geltenden Rechtslage bewegen. Allein manch Diskussion über taktische Ausrüstung und erforderliche Kaliber lassen einen den Kopf schütteln. Es gibt mittlerweile auch ausreichend Gerichtsurteile, die genau diesen Verteidigungsfall durch den Eigentümer behandeln.

 

Auch wenn der Wunschgedanke knallharte Selbstjustiz fordert und man gedanklich in einem vollgeschwitzten Unterhemd durch die explodierende Wohnung rennt, empfehlen wir die Einhaltung folgender Punkte:

  1. Fremdkontakt vermeiden
  2. Mögliche Notfallausrüstung und Waffen greifen (Grab'nGo)
  3. Alle im Haushalt lebende Personen sammeln
  4. Verbarrikadieren
  5. Absetzen eines Notrufes
  6. Situative Selbstverteidigung
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Wer sich dazu entschließt Notfallausrüstung und Waffen zu erwerben, sollte sich zuerst über die Zweckmäßigkeit und auch die Notwendigkeit informieren.

 

Verwandeln sich die eigenen Wohnräume in ein Waffenlager, so können sich auch Eindringliche durch herumliegende Waffen einen Vorteil verschaffen.

Auch sollte man die Deponierung von Waffen bei im Haushalt lebenden Kindern zweimal überdenken.

 

Nützliche Notfallausrüstung und Bewaffnung können sein:

  • Telefon / Mobiltelefon
    Das greifbare Telefon dient der Absetzung eines Notrufes oder der Anfoderung von anderweitiger Hilfe.
    Wichtig ist bei einem Notruf daran zu denken, dass sie Ihre eigene Handlungsweise ebenso mitteilen. Gerade dann, wenn Ihr Eigentum aufgesucht und durchsucht wird.

  • Taschenlampen
    Verschiedene bereitliegende Taschenlampen sind nützliche Begleiter in dieser Situation sowie im Alltag, zum Beispiel einem Stromausfall.
    Immer daran denken... "Eine ist Keine!" und manchmal ist das Einschalten des Lichtes die Lösung des Problems.

  • Pfefferspray
    Pfefferspray kann nützlich sein. Man sollte aber den Einsatz in geschlossenen Räumlichkeiten aufgrund der Eigenkontamination überdenken.

  • Erste-Hilfe-Ausrüstung
    Eine greifbare Erste-Hilfe-Tasche ist immer von Vorteil. Geht man von Extremszenarien aus, sollte man diese um Notfallbandagen (zum Beispiel Emergency Bandage), einem Tourniquet, usw. ergänzen.

  • Pfefferpistole
    Guardian Angel II und JPX Jet Protector sind Alternativen zu den verschiedenen Sprays. Beide verfügen aber nur über zwei Schuss und die Handhabung in dynamischen Situationen muss somit trainiert werden.

  • Schlagstöcke, Tonfas, etc.
    Im Nahbereich eine effektive Waffe. Die Handhabung in beengten Räumlichkeiten, zum Beispiel einen Wohnungsflur, muss trainiert werden.

  • Messer
    Die Handhabung im Nahbereich muss trainiert werden. Der Einsatz eines Messers bedeutet die direkte Konfrontation

  • Schusswaffen
    Schusswaffen sind zum Glück "leider" nicht frei zugänglich und sollten auch als Ultima Ratio gesehen werden.
    Der Erwerb, die Aufbewahrung und Nutzung von Schusswaffen sind jeweils durch das geltende nationale Waffenrecht geregelt. Es ist empfehlenswert, sich jeweils über die geltende Rechtslage zu informieren, da das Gesetz im Falle eines Einbruchsdiebstahls keinen gerechtfertigten Waffeneinsatz annimmt. Daher sollte man im Vorfeld aufgrund der geltenden Rechtslage bewerten, ob der Einsatz einer Schusswaffe überhaupt in Betracht kommt.
    Der Vorteil von Lang- und Kurzwaffen sowie verschiedener Waffen- und Kaliberarten sollte bekannt sein und bewertet werden.

 

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Die eigene Ausrüstung oder Bewaffnung gehört im Sinne des "Grab'n'Go" Konzeptes so verstaut, dass sie mittels nur weniger Handgriffe zur Verfügung stehen kann.

Hierzu können Umhängetasche (zum Beispiel die Bail Out Bag von 5.11), Bauchtaschen, modulare Schutzwesten oder Plattenträger  (zum Beispiel dem Tasmanian Tiger MKII) dienen. Die eigene Ausrüstung kann gerade durch die modulare Beschaffenheit sinnig angebracht werden.

 

Der Grundsatz bleibt aber... Weniger ist manchmal mehr und wir reden hier von einem Szenario nur  weniger Minuten.

Die Handhabung aller beschafften Gegenstände muss ins eigene Blut übergeben und auch der Einsatz muss innerhalb spezifischer und interdisziplinärer Trainingseinheiten verbessert oder erhalten werden.SC Int'l - Street Combatives & Strategic Combatives - Home Defense

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