Am 7. und 8. Februar 2026 fand in Germersheim die Trainerausbildung „Empty Hands Knife Defense Level 1“ statt. Die zweitägige Veranstaltung richtete sich an Trainer und fortgeschrittene Anwender aus den Bereichen Selbstverteidigung und Kampfsport, die ihre Fähigkeiten im Umgang mit Messerbedrohungen ohne eigene Bewaffnung erweitern wollten. Austragungsort war die Kampfsportakademie Frankers, die für die Durchführung der Ausbildung eine geeignete Trainingsumgebung bot.
Im Mittelpunkt der Ausbildung stand ein realitätsorientierter Ansatz zur Verteidigung gegen Angriffe mit Stichwaffen. Anders als in klassischen Techniksystemen lag der Fokus nicht auf festgelegten Bewegungsabläufen, sondern auf einem konzeptbasierten Verständnis von Distanz, Timing und Kontrolle. Ziel war es, den Teilnehmern Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie auch unter Stresssituationen handlungsfähig bleiben.
Zu Beginn wurden grundlegende Zusammenhänge im Umgang mit Messerbedrohungen vermittelt sowie Prinzipien der Gefahreneinschätzung und des situationsgerechten Verhaltens erarbeitet. Dieser Teil bildete die Grundlage für die anschließenden praktischen Einheiten.
Im praktischen Training wurden unterschiedliche Szenarien durchlaufen, die sich an realen Angriffssituationen orientierten. Ein wesentlicher Ausbildungsschwerpunkt lag auf dem Aufbau einer klar strukturierten ringerischen Vorgehensweise sowie deren anschließender Umsetzung unter Dynamik und Druck. Dabei flossen unter anderem Übertragungen aus dem Luta Livre, Catch Wrestling und Sambo in die methodische Arbeit ein. Die Teilnehmer arbeiteten intensiv daran, stabile Kontrollpositionen zu entwickeln, Übergänge sicher zu gestalten und auch unter steigender Belastung handlungsfähig zu bleiben. Ein zentraler Bestandteil war dabei das Distanzmanagement, das als entscheidender Faktor zur Vermeidung oder Kontrolle eines Angriffs betrachtet wurde. Die Teilnehmer übten, Angriffe frühzeitig zu unterbrechen und den angreifenden Arm unter Kontrolle zu bringen. Dabei kamen sowohl stehende Positionen als auch Clinch-Situationen zum Einsatz. Ergänzt wurde das Training durch Techniken zur Bodenkontrolle sowie durch Übergänge zwischen den verschiedenen Phasen eines Konflikts.
Die Methodik der Ausbildung zeichnete sich durch einen progressiven Aufbau aus. Die Teilnehmer wurden schrittweise an komplexere Situationen herangeführt, wobei der Trainingsdruck kontinuierlich erhöht wurde. Der Fokus lag dabei auf der unmittelbaren Umsetzbarkeit unter realitätsnahen Bedingungen.
Ein besonderer Dank gilt den anwesenden Refreshern, die die Ausbildung aktiv unterstützt und mit ihrer Erfahrung zur Qualität des Trainings beigetragen haben. Ebenso bot der Samstagabend Gelegenheit zu intensiven und konstruktiven Gesprächen unter Trainerkollegen, bei denen fachliche Inhalte vertieft und Erfahrungen ausgetauscht werden konnten.
Die Veranstaltung verdeutlichte, dass der Umgang mit Messerbedrohungen ein hohes Maß an Aufmerksamkeit, Entscheidungsfähigkeit und situativem Handeln erfordert. Der vermittelte Ansatz betont dabei ausdrücklich die Bedeutung von Prävention und Deeskalation. Die Vermeidung einer Eskalation sowie das frühzeitige Erkennen von Gefahren wurden als zentrale Elemente hervorgehoben.
Insgesamt bot die Ausbildung eine intensive Auseinandersetzung mit einem anspruchsvollen Themenbereich der Selbstverteidigung. Durch die Kombination aus praxisnahen Übungen und konzeptioneller Schulung erhielten die Teilnehmer eine fundierte Grundlage für den sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit Messerbedrohungen im Trainings- und Anwendungskontext.
