Spielerisch Lernen - Hart Drillen

Selbstschutz, Nahkampf... eine Trainingsgruppe voller ernster Gesichter betritt die Halle und sie reden über reale Gewalt, die Straße.

Es wird trainiert, ernsthaft und mit bestem Gewissen. Die einzelnen Trainingselemente sind hart, aber die Umsetzung der Trainierenden leidet.
In einer anderen Halle trainiert ebenfalls eine Gruppe für ihren individuellen Selbstschutz. Sie arbeiten an einzelnen Elementen, die von der Trainingsphilosophie sehr sportlich, fast schon spielerisch aussehen. Teilnehmer, die erst kürzlich angefangen haben, finden sich in der Trainingsgruppe zurecht. Die Musik klingt eher nach einer Sommerparty und man erwischt sogar die ein oder andere Teilnehmerin bei einer spontanen Tanzeinlage zwischen den einzelnen Drills.
Teilweise wird sogar der Wettkampfgedanke untereinander angestrebt und man kann innerhalb der zu sehenden ringerischen Elemente sportlich zu wertende Punkte erlangen. 
Mit realer Gewalt hat dieses Training im ersten Blick keine Gemeinsamkeiten. Aber die technische Umsetzung der einzelnen Teilnehmer sieht auch auf den zweiten Blick gezielter und überlegender aus.

"...it takes between 10 and 20 repetitions!”

 

“Scientists have recently determined that it takes approximately 400 repetitions to create a new synapse in the brain – unless it is done with play, in which case, it takes between 10 and 20 repetitions!”

(Dr. Karyn Purvis, Director of Texas Christian University’s Child Development Center)

 

Dr. Karyn Purvis beschäftigte sich mit dem Lernverhalten von Kindern und die Erkenntnisse der Experten bestätigen, dass sich diese Erkenntnisse auch auf das Lernverhalten von Erwachsenen übertragen lassen.

 

Betrachtet man unser Training seit 2005 so hat sich dieses gewandelt.

 

Was anfangs einzelne harte Sequenzen waren, sind heute vermehrt spielerisch sportliche Sequenzen, die nach und nach zusammengefügt werden und letztendlich in Simulationen und Szenariotrainings unter Druck revolutioniert werden. 

Interessant ist, dass wir mit dieser Art zu trainieren viel mehr unterschiedliche Charaktere erreichen, an die Trainingshärte gewöhnen und unter erhöhtem Druck agieren lassen können. 

 

Letztendlich verfolgen wir alle ein Ziel, unseren individuellen Selbstschutz zu verbessern und uns vor realer Aggression und Gewalt schützen zu lernen.

 

...unseren individuellen Selbstschutz zu verbessern und uns vor realer Aggression und Gewalt schützen zu lernen.

 

Nicht jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer kann sich unter ständiger Härte und möglichst realitätsnaher Trainingsgestaltung entwickeln. Es besteht sogar die Möglichkeit, dass sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sich vor Aggression und Gewalt schützen wollen, durch eine falsche Trainingsgestaltung Aggression und Gewalt in ihren Alltag holen.

 

Egal welche Trainingsgestaltung man verfolgt und für die richtige hält, die Entwicklung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer steht hierbei immer im Vordergrund. Und dieses sollte niemals vom Ego und der Außendarstellung der jeweiligen Trainer überschattet werden. 

 

Trainer dürfen sich niemals an dem messen, wie sie sich geben oder was sie können...

...sondern an den Leistungen der Gruppe.