Wenn es wichtig ist, mach es jeden Tag

Ich hatte die letzten Tage diverse interessante Unterhaltungen über die Entwicklung von Trainern, aber auch bezüglich der Gestaltung von Trainingseinheiten zur Entwicklung des persönlichen Selbstschutzkonzeptes.

 

"Wenn es wichtig ist, mach es jeden Tag". Wer das Buch "Gib niemals auf" des Athletiktrainers Dan John gelesen hat, dem wird sich dieses Zitat der Ringerlegende Dan Gable eingehämmert haben. Auch wenn er in seinem Buch primär über das Stemmen von schweren Gewichten schreibt, so soltte man diesem Rat definitiv folgen.

 

Viele Trainierende und Trainer gehen mit Herzblut an die Sache und besuchen jedes Wochenende Seminare quer durch Europa und zu jedem Thema. Enthusiasmus und Engagement sind schöne Tugenden, aber nicht immer zielführend.

 

Folgt man manchen Trainern und ihren Internet- oder Facebookpräsenzen, stellt man fest, dass hier ständig die Schwerpunkte gewechselt werden. Ständig werden neue Konzepte verfolgt und die eigene Richtung gewechselt.

Letztendlich wird trainiert, aber oftmals der Fokus auf das Wesentliche aus den Augen verloren.

Wo man heute noch ringerische Elemente erlernen wollte, wird morgen hierzu entgegengesetzt an einem anderen Konzept gepfeilt. Wochen später dann doch wieder gerungen und dann etwas völlig anderes gestartet.

Auch wenn es nicht gerne gehört wird, nicht alle Selbstschutzkonzepte passen hundertpronzentig zusammen. Es gibt Schnittmengen, manchmal aber auch widersprüchliche Herangehenweisen.

 

Jedes erfolgreiche Unternehmen kann neben einer kreativen Idee auch einen Geschäftsplan vorlegen.

Und genau so einen Plan sollte man auch aus Trainer für den Bereich Selbstschutz vorlegen können.

  • Was möchte ich unterrichten?
  • Wie möchte ich dieses erreichen?

Allein diese beiden Fragen sollten ausreichen, um einen eigenen Fahrplan zu erstellen.

Wechselt man für sich persönlich ständig die Ausrichtung, ist dieses eine eigenverantworliche Sache. 

Wechselt man ständig die Ausrichtung des Trainings, so leiden hier die Teilnehmer. Teilnehmer, die nicht immer zwischen Qualität und Quantität unterscheiden können und sich auf die Professionalität des Trainers verlassen. Und genau hier liegt die Verantwortung des Trainers oder des Trainerteams. Eine stetige und konzentrierte Entwicklung sollte im Vordergrund stehen. Die Aufarbeitung aller geschauten Videos und besuchten Seminare sollte nicht wöchentlich die Trainingsgestaltung beeinflussen  und schlimmstenfalls den Trainingsteilnehmern schaden. Weder Konzept A, noch Konzept B werden hierdurch verinnerlicht und können somit unter Hochstress abgerufen werden. 

 

Man möchte schließlich ein Selbstschutzkonzept trainieren und unterrichten und nicht nur Fragmente verschiedener Einflüsse transportieren.

 

"Wenn es wichtig ist, mach es jeden Tag"

 

Viele Wege führen angeblich in die Hauptstadt Italiens. Man sollte sich aber zur Ankunft in Rom für einen Weg entscheiden.

 

"Wenn es wichtig ist, mach es jeden Tag"

 

Und das ist genau das, was erfolgreiche Trainer machen. Schonmal darüber nachgedacht?

 

Joe

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