Selbstschutz /Selbstverteidigung - Der geradlinige Schlag in Richtung Ziel

Trainierende Person ist auf die Pratze ausgerichtet.
Trainierende Person ist auf die Pratze ausgerichtet.

Unterrichtet man innerhalb verschiedenster Zielgruppen oder betrachtet man gelegentlich unterschiedlichste Seminarteilnehmer, so fällt auf, dass ein großer Anteil der Personen nicht in der Lage ist eine Pratze mit einem geradlinigen Schlag zu treffen.


Gerade zur Entwicklung von Schlagkraft und der damit verbundenen Körpermechanik ist dieses aber unabdingbar.

 

Oftmals kann ein „Streifen“ und anschließendes seitliches „Abrutschen“ von der Pratze beobachtet werden. Die Energie des Schlages wird somit nicht in das gewünschte Ziel transportiert und mögliche taktische Nachteile für weitere Folgehandlungen können entstehen.

 

Durch gezielte Beobachtung der schlagenden Personen und der pratzenhaltenden Person kann man folgende Fehlerkategorien grob einteilen:

 

Die schlagende Person steht nicht frontal der Pratze gegenüber, sondern richtet ihren Körper auf den Pratzenhalter aus.


Hieraus resultiert, dass die trainierende Person grundsätzlich diagonal oder anderweitig abgefälscht in Richtung Pratze schlagen muss.


Je weniger Körpermechanik und Ausrichtung auf das eigentliche Ziel erfolgt, desto weniger Wirkkraft kann durch den Schlag erreicht werden. Dieses resultiert aus der hierdurch bedingten „blockierten“ Hüfte und der damit verhinderten Körpermechanik.

Bei der Arbeit mit zwei Pratzen werden diese nicht mittig und konzentriert vor dem Körper gehalten. Je nach Erfahrung wird das Halten der Pratzen stressig und unkomfortabel und die Pratzen werden vom Körper weg nach außen gehalten. Steht die trainierende Person noch auf den Pratzenhalter ausgerichtet, so sind auch hier diagonale Schläge unumgänglich.


Es findet eine fehlerhafte Visualisierung des Zielmediums statt. Die pratzenhaltende Person wird visualisiert, aber nicht als Zielmedium behandelt.

 

Sicherlich gibt es noch weitere Aspekte, aber wie bereits oben geschrieben, geht es hier um eine Grobeinteilung und Beobachtung der häufigsten Fehlerquelle.

Richtet man nun die schlagende Person auf die Pratze und nicht mehr auf den Pratzenhalter aus, ist diese oftmals nicht in der Lage diese mit einem geradlinigen Schlag zu treffen. Das Resultat rührt aus dem zuvor fälschlich getätigten Pratzentraining und erbringt oftmals enttäuschende Ergebnisse.

Hat man nun die Möglichkeit unzähligen Simulationen und Szenariotrainings beizuwohnen und diese auch auf Video erneut zu sichten, so wird dieses Resultat auch hier sichtbar. Die agierende Person schlägt, aber sie schlägt nicht konzentriert in Richtung des ausgewählten Ziels. Die Antwort nach dem Ergebnis innerhalb einer realen Konfrontation unter Stress darf sich an dieser Stelle jederfrau/-mann selbst beantworten.

 

Das Halten einer Pratze muss demnach ebenfalls erlernt und korrigiert werden. Aktive Pratzenarbeit bedeutet nicht, dass der Pratzenhalter pausieren kann und eine andere Person agieren muss. Wird die Pratze unvorteilhaft gehalten, ist das Ergebnis nicht zufriedenstellend und kann in der Praxis bedeutende Folgen haben. Ein korrektes Training ist faktisch somit nicht gegeben!

 

Und letztendlich ist die kürzeste und schnellste Verbindung zwischen Ausgangspunkt und Zielmedium immer noch die direkte gerade. Dieses geht auch oftmals mit dem größten Problem innerhalb der eigenen Wahrnehmung und der damit verbundenen Handhabung des Angriffs einher.

 

Das durch ein Training mit Pratzen mögliche Visualisierungsprobleme in Bezug auf die Umsetzung auf menschliches Handeln entstehen können, ist ein Problemfeld, dass in einem der folgenden Blogs behandelt wird.

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