Definitionen - Technik, Drill, Simulation, Szenariotraining

Aufgrund der stetig wachsenden Anzahl von Trainierenden, Coaches und Instruktoren innerhalb SC Int'l wird eine Vereinheitlichung unseres Wortgebrauchs angestrebt.

Missverständnisse gibt es vor allem bei der Benutzung der Wörter „Technik, Drill, Simulation und Szenariotraining“. Innerhalb der verschiedenen Konzepte werden darunter oftmals unterschiedliche Handlungen subsumiert.

 

Um Fehlinterpretationen respektive eine falsche Verwendung der einzelnen Begriffe zu verhindern, hat SC Int'l diese wie folgt definiert.

 

 

Abb. 1 - Technik
Abb. 1 - Technik

Der Begriff Technik beschreibt ein besonderes Können im Bereich einer menschlichen Tätigkeit.
Im Bereich der körperlichen Fertigkeiten kann dieses zum Beispiel die Ausführung eines Handballen- oder auch Ellbogenstoßes sein.

 

Das Training einer Technik erfolgt isoliert und konzentriert sich auf die wesentlichen Elemente, zum Beispiel die Gewichtsverlagerung und die richtige Positionierung der Schulter bei der Ausübung eines Handballenstoßes.

Abb. 2 - Drill
Abb. 2 - Drill

Ein Drill ist eine Übungseinheit zur sicheren Umsetzung von Fertigkeiten. Dieser besteht aus verschiedenen Elementen / Techniken.

 

 

Die genauen Bestandteile und deren Abfolge eines Drills sind festgelegt. Ziel eines Drills ist das Verinnerlichen ("Eindrillen").

Abb.3 - Simulation
Abb.3 - Simulation

Die Simulation ist eine komplexe Überprüfung verschiedener Fertigkeiten. Hier kann die Anwendung und Umsetzung von Techniken oder Drills gefordert werden.

Innerhalb einer Simulation ist allen beteiligten Personen der konkrete Übungsablauf bekannt. Eine Simulation wird losgelöst von einer konkreten Rahmenhandlung und der dazugehörigen Örtlichkeit durchgeführt.

Wie es zu der simulierten Situation oder Handlung gekommen, muss hier nicht eindeutig geklärt sein.

 

Dieses kann zum Beispiel sein, dass ein Teilnehmer auf zwei Personen trifft und im Rahmen des Kontaktmanagements versucht eine mögliche Konfrontation zu umgehen. Im Laufe des eskaliernden Verhaltens der beiden Personen ist der Teilnehmer gezwungen den Übergang vom Kontaktmanagement zum Gewaltmanagement zu bewältigen.

Das Management von Gefahren oder auch die frühzeitige Wahrnehmung innerhalb einer komplexen Örtlichkeit werden hier oft gänzlich außer Acht gelassen und sind für die Durchführung einer Simulation nicht erforderlich.

Im folgenden Video "Weapon Retention Strategies" wurde der Übungsablauf klar definiert. Ein Teilnehmer wird durch einen Kontakt angegangen und muss im Fortlauf der Simulation Elemente aus unserem Waffenschutzkonzept abrufen.
Aus welcher Situation heraus dieser Kontakt entstand, ist für die Simulation nicht von belang.

Nach unserer Definition sind somit ein Großteil der "auf dem Markt" angebotenen Szenariotrainings eine Simulation.

Abb. 4 - Szenariotraining
Abb. 4 - Szenariotraining

Das Szenariotraining bildet die komplexeste Form eines Übungsaufbaus. Hier sollen ähnlich einer Simulation verschiedene Handlungsfertigkeiten abgerufen und überprüft werden.

 

 

Innerhalb eines Szenarios wird der agierenden Person jedoch nur ein Rahmenauftrag innerhalb einer konkreten Örtlichkeit gegeben. Im folgenden Video "M.I.C.E. Moving In Complex Environments" lautet ein solcher Handlungsauftrag:

"Du und Dein Bekannter haben Dein Fahrzeug in der Tiefgarage abgeparkt. Da Du noch kurz etwas im Fahrzeug erledigen wolltest, ist Dein Bekannter schonmal in Richtung Ein-/Ausgang der Tiefgarage gelaufen. Du verlässt nun Dein Fahrzeug und folgst Deinem Bekannten in Richtung Ein-/Ausgang."

 

Die anderen Darsteller innerhalb des Szenarios verfügen über klare Handlungsanweisungen und halten sich strikt an diese Vorgaben. Sie sind in dieser Hinsicht Statisten /Schauspieler mit klar definierten Rollen – keine Improvisationen

 

Sie wissen -WANN, WO, und WIE- eine Handlung ihrerseits gefordert ist.

 

Das Szenario wird von "außerhalb" begleitet und geführt

 

 

SC Int'l, 2014

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